Schreiben der Tierschutzombudsstelle des Landes OÖ
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Kastration verhindert Katzenleid …

Viele Katzenbesitzer sträuben sich gegen eine Kastration, weil sie psychische wie auch physische Veränderungen des Tieres befürchten.


Es ist ein Irrglaube, dass die Tiere nach der Kastration dick und faul werden. Unkastrierte Tiere haben durch den Stress teils weniger Appetit und sind durch ihre Ruhelosigkeit mehr in Bewegung als kastrierte Katzen. Man muss also lediglich das Futter genauer dosieren und auf ausreichend Bewegung achten.


Der wohl hartnäckigste Irrglaube: Kastrierte Tiere sind nicht mehr so gute Mäusefänger. Ganz im Gegenteil! Kastrierte Katzen beschäftigen sich oft sogar mehr mit der Jagd, da sie durch sexuelle Triebe weniger abgelenkt sind.


Ebenfalls ein hartnäckiges Argument: Man will das Tier nicht um sein 'Vergnügen‘ bringen. Reine Vermenschlichung! Es handelt sich bei Katzen um einen Trieb, nicht Lust. Ein Trieb, den sie nach der Kastration nicht mehr verspüren und somit auch nicht vermissen. Dagegen leiden unkastrierte Katzen, wenn sie eingesperrt gehalten werden, tatsächlich. Und wer die Schreie einer Katze beim Deckakt gehört hat, wird dies kaum noch als 'Vergnügen‘ bezeichnen.


Kastration ist wider der Natur: Nimmt man es so genau, dann ist jegliche Tierhaltung wider der Natur. Eine verantwortungsvolle Tierhaltung beinhaltet jedoch auch unkontrollierten Nachwuchs und somit weiteres Katzenelend nicht noch zu fördern.
Noch ein Irrglaube: Die Katze soll einmal Junge bekommen haben. Wieder reine Vermenschlichung!


Katzen träumen nicht vom Mutterglück und es ist nicht wichtig für die Entwicklung ihrer
Persönlichkeit, dass sie wenigstens einmal vor der Kastration Junge bekommen.

 

Die große Angst um das Aussterben der Hauskatze! Es wird niemals möglich sein alle Katzen zu erwischen, besonders weil es immer noch genug wilde und scheue Hauskatzen gibt, die sich nur nachts sehen lassen. Weil es immer noch genügend Leute gibt, die unkastrierte Katzen frei herumlaufen lassen ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Wohin mit den vielen Katzen?

Gesetzliche Kastrationspflicht für Katzen

Um die jährliche Katzenschwemme wenigstens etwas einzubremsen gibt es seit 1.1.2005 eine Kastrationspflicht welche auch im Tierschutzgesetz verankert ist.

 

Der Gesetzestext lautet:

 

 

„Werden Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie gehalten, so sind sie von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern diese Tiere nicht zur kontrollierten Zucht verwendet werden oder in bäuerlicher Haltung leben.“

 

Aufgrund der Petition bzgl. der Ausnahme von Katzen in bäuerlicher Haltung die vom Verein „Streunerkatzen OÖ“ eingereicht wurde, nahm im März 09 das Bundesministerium für Gesundheit Stellung: Ausgenommen von der Kastrationspflicht ("bäuerliche Haltung") sind lediglich Tiere, die vielleicht zwar regelmäßig auf einem bäuerlichen Hof mitgefüttert werden, aber ansonsten verwildert sind und als Streunertiere leben. Bauern müssen demnach IHRE eigenen Katzen sehr wohl auch kastrieren lassen. Für diese Katzen gelten die gleichen Mindestanforderungen für die Haltung, wie für Katzen von Privatpersonen.

 

 

Die Kastrationspflicht wird von Tierschutzvereinen als auch engagierten Privatpersonen kontrolliert und bei Verstoß zur Anzeige gebracht.

Bei Nichteinhaltung der Kastrationspflicht drohen Strafen bis zu € 3.750

Fundtiere, Streuner und andere...

Da es diesbezüglich immer noch Unklarheiten zu geben scheint muss ich mal aufklären wie es in Oberösterreich so läuft und was denn nun eigentlich der Unterschied zwischen einer Streunerkatze und einem Fundtier ist: Eine gefundene Katze ist meist zutraulich und auf den Menschen sozialisiert. Leider kommt es immer wieder vor dass auch solche Katzen ihren Besitzern auf welche Art auch immer abhanden kommen. Wir als TSV haben mit dem Land OÖ eine sogenannte Fundtiervereinbarung welche uns erlaubt solche Tiere aufzunehmenund diese  einer bestimmten medizinischen Behandlung zu unterziehen. Damit dies alles seine Ordnung hat muss die gefundene Katze seit 2009 gechippt werden und es muss eine Fundtieranzeige bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft gemacht werden. Diese Fundtieranzeige beinhaltet die Farbe, das Geschlecht, das ungefähre Alter und den genauen Fundort der Katze.Diese Daten werden dann der BH an die Tierschutzombudsstelle, das nächste Tierheim, und an die Gemeinde in welchem das Tier gefunden wurde weitergegeben. In weiterer Folge wird von der betreffenden Gemeinde ein Anschlag auf der Amtstafel gemacht (ein heisser Tip wenn jemand seine Katze vermisst!!!). Ab dem Tag an dem der Anschlag an der Amtstafel gemacht wurde beginnt die 30 tägige Frist zu laufen in welcher der rechtmäßige Besitzer sein Eigentumsrecht anzumelden zu zu beweisen hat. Nach Ablauf dieser Frist darf das Tier von der BH in das Eigentum des zuständigen Vereins in dessen Verwahrung das Tier sich befindet in das Eigentum des Vereins übermittelt und zur Vermittlung freigegeben werden. Mit Vorbehalt darf das betroffene Tier auch schon vor Ablauf dieser Frist vermittelt werden, das bedeutet sollte der Besitzer sich melden muss das Tier zurückgegeben werden sofern der Eigentümer sämtliche angefallenen Kosten übernimmt.Anders sieht es aus wenn eine Katze vom Verein zur Vermittlung übernommen wird weil das Tier lästig geworden ist oder im Zuge einer Kastrationsaktion der Nachwuchs übernommen wird. Diese Katzen sind definitiv keine Findlinge!!!Und nun zu den Streunern: als Streuner gilt eine Katze welche großteils verwildert lebt, nicht auf den Menschen sozialisiert ist und die keinem Halter zugeordnet werden kann. Zum Einfangen solcher Katzen braucht man eine Lebendfalle um sie zum Zweck der Kastration und der Unterbindung weiterer Vermehrung überhaupt zu erwischen. Auch solche Katzen sind definitiv keine Findlinge, sondern fallen in eine völlig andere Kategorie...